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10 Jahre E-Perso: Die Online-Kennung muss direkt an das Smartphone gesendet werden

Das Bundesinnenministerium feiert zehn Jahre elektronischen Personalausweis: Am 1. November 2010 wurde das „E-Perso“ im Kreditkartenformat eingeführt. Zum ersten Mal enthielt es einen RFID-Chip, der nicht allen Benutzern bekannt war. Dies sollte eine sichere elektronische Identifizierung im Internet ermöglichen. Eine Erfolgsgeschichte für das Innenministerium: „Mehr als 62 Millionen Deutsche haben bereits einen Personalausweis mit Chip und damit einen Personalausweis online.“

Das E-Perso mit elektronischem Identitätsnachweis (eID) wird jedoch kaum verwendet: Laut dem „E-Government Monitor 2020“ der D21-Initiative haben nur sechs Prozent der Befragten die Identifikationsfunktion genutzt. online – genauso wenig wie 2019. Die Politik hat ein großes Hindernis für die Verwendung beseitigt: Ein spezielles USB-Laufwerk ist nicht mehr erforderlich. Mit NFC-Chips ausgestattete Android-Smartphones können die eID seit 2017 und iPhones seit Ende 2019 lesen.

Bisher verlief die Online-Identifizierung per Mobiltelefon jedoch nicht reibungslos. Auch Bernhard Rohleder, Geschäftsführer des IT-Verbandes Bitkom, stellte fest, dass die Verbindung zum Smartphone „etwas komplizierter“ ist und „etwas länger“ dauert. Aufgrund der hohen Sicherheitsstandards funktioniert es „auch nicht beim ersten Mal“, er beschwerte sich im Deutschlandfunk. Darüber hinaus gibt es „exotischere Anwendungen“ wie das Anzeigen eigener Stasi-Dateien, die über die eID-Funktion aktiviert werden können.

Innenminister Horst Seehofer sieht das anders: „Elterngeld, Studentendarlehen, Fahrzeugregistrierung – all dies können Sie mit Ihrem elektronischen Personalausweis beantragen.“ Allein während der Coronavirus-Pandemie wurden von Februar bis August 250% mehr Anwendungen der eID verzeichnet – von einem sehr niedrigen Niveau.

„Und wir arbeiten mit Unternehmen zusammen, um sicherzustellen, dass der Online-Personalausweis in Zukunft in größerem Umfang verwendet werden kann.“ unterstreicht den CSU-Politiker. Um es so banal wie das Handy selbst zu machen, „loben wir die Identifizierung im Internet – ohne die Sicherheit zu gefährden“, lobte Seehofer. „In Zukunft kann jeder Bürger seine Online-Kennung direkt auf seinem Smartphone registrieren.“

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Das Innenministerium arbeitet nach eigenen Angaben mit mehreren Partnern zusammen. „In Zukunft wird eine Online-Identifizierung direkt im Gerät möglich sein – ohne Ausweis“, heißt es. Das vom Bundeswirtschaftsministerium finanzierte Projekt Optimos 2.0 ist bislang bekannt. Die Identifikationsdaten müssen in einen Sicherheitschip des Smartphones integriert werden. Bisher hat nur ein Hersteller das Projekt unterstützt, Samsung.

Der interne Service stellt sicher, dass die Möglichkeiten zur Online-Beantragung des Personalausweises rasch zunehmen. Bund und Länder haben auf der Grundlage des Online-Zugangsgesetzes zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass die Behörden mehr digitale Dienste anbieten. Darüber hinaus haben immer mehr Unternehmen die eID zur „gesetzeskonformen Kundenidentifikation“ akzeptiert. Wer beispielsweise eine SIM- oder eSIM-Karte kauft, muss sich mit dem Mobilfunkbetreiber identifizieren. Mit dem Online-Personalausweis erfolgt dies „in Sekunden“ im Internet.

Für EU-Bürger ist die eID-Karte mit Online-ID ab Januar erhältlich. Staatsbürger von Drittländern können mit ihrer elektronischen Aufenthaltserlaubnis auch eine eID verwenden. Um die Funktion zu fördern, hat das Innenministerium auch Personalausweisportal überarbeitet werden. Ab Montag werden dort täglich eine Woche lang Interviews mit Vertretern von Unternehmen und Behörden zur Online-Identifizierung veröffentlicht.


(mho)

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Cynebald Drechslerg

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