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19 – Gleiches gilt für die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus

Impfstoffe gelten als das vielversprechendste Heilmittel für die durch das Virus verursachte Sars-CoV-2- und Covid-19-Krankheit. Die ersten Vorbereitungen sind jetzt genehmigt. Die globale Forschung geht jedoch weiter.

Normalerweise dauert es mehrere Jahre, um einen Impfstoff gegen einen Krankheitserreger zu finden – und der Prozess kann in jedem Stadium fehlschlagen. Kollegen aus „Aktuelle Forschung“ hier erklärt.

Das Virusgenom war schnell bekannt

Im Fall von Sars-CoV-2 hatten die Forscher Glück: Die Sequenz des Genoms des Virus, in diesem Fall der einzelsträngigen RNA, war schnell bekannt und die ersten Forschungsprojekte konnten bereits Anfang 2020 in Angriff genommen werden. .

Welche Impfstoffe sind bereits zugelassen?

Bisher wurde in der Europäischen Union nur ein Impfstoff zugelassen: der mRNA-Impfstoff des deutschen Unternehmens Biontech, der in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Unternehmen Pfizer hergestellt wird. Es wird bereits in vielen Ländern verwaltet, einschließlich Kanada und dem Vereinigten Königreich. Am 6. Januar will die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) eine Entscheidung über den Impfstoff der amerikanischen Firma Moderna treffen – die ebenfalls ein neuer mRNA-Impfstoff ist. Der nächste Schritt könnte darin bestehen, den klassischeren Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmaunternehmens AstraZeneca zu wählen. Ein Datum hierfür ist in der EU noch nicht bekannt. Dieser Impfstoff wurde Ende des Jahres in Großbritannien zugelassen. In einigen Ländern werden bereits Impfstoffe aus China und Russland (siehe unten) verwendet.

Wie wird ein Impfstoff bis zur Zulassung getestet?

Ein Impfstoffkandidat durchläuft mehrere Phasen, bevor er zugelassen wird. Phase I konzentriert sich noch nicht auf die Wirksamkeit eines Präparats, sondern auf dessen Sicherheit. Die Tests werden an einer kleinen Gruppe von weniger als 100 Personen durchgeführt. In Phase II wird die Substanz an bis zu 1000 Personen getestet, meist in unterschiedlichen Dosen, und der Körper entwickelt garantiert einen Schutz gegen das Virus. In Phase III wird die Substanz mehreren tausend Freiwilligen verabreicht. Dazu gehören die Bestätigung der Dosierung sowie weniger häufige Änderungen und Nebenwirkungen. Mehrere Studien befanden sich lange Zeit in der dritten und letzten Phase vor der Genehmigung.

Wie effektiv sind frühere Impfstoffe?

Nach Angaben des Mainzer Unternehmens Biontech und des amerikanischen Pharmaunternehmens Pfizer ist der Impfstoff in 95% der Fälle wirksam. Es ist optimistisch, dass die immunisierende Wirkung einer Impfung mindestens ein Jahr anhält, wurde gesagt, nachdem die Ergebnisse der ersten Studie bekannt wurden. Der Impfstoff von Moderna erreichte mit 94,5% ebenfalls eine ähnliche Wirksamkeit.

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Der Impfstoff von AstraZeneca und der University of Oxford ist etwa 70% weniger wirksam als der von Biontech und Moderna. Laut AstraZeneca kann bei einer individuellen Dosierung auch eine größere Wirksamkeit erzielt werden.

Mehrere Unternehmen prüfen derzeit, ob ihre Impfstoffe auch gegen die neue britische Variante des Coronavirus wirksam sind. Bisher haben Unternehmen und zuständige Behörden Vertrauen gezeigt.

Welche anderen vielversprechenden Impfstoffkandidaten gibt es?

Das deutsche Biotechnologieunternehmen Curevac hat im Dezember mit mehr als 35.000 erwarteten Teilnehmern die entsprechende klinische Phase-III-Studie für seinen mRNA-Impfstoff begonnen. Nach eigenen Angaben erwartet das Unternehmen die ersten Ergebnisse zum Ende des ersten Quartals 2021. Curevac hat bereits einen Vertrag mit der Europäischen Kommission über den Kauf von 405 Millionen Impfstoffdosen abgeschlossen. Johnson & Johnson wartet auf die ersten Zwischenergebnisse seiner Phase-III-Studie Ende Januar. Ende Dezember startete das amerikanische Unternehmen Novavax auch eine Phase-III-Studie in den USA.

Was ist mit Impfstoffen aus Russland?

Russland war das erste Land der Welt, das im August einen Impfstoff zugelassen hat – ohne an Zehntausenden von Menschen getestet worden zu sein. Anfang Dezember begannen in der Hauptstadt Moskau Massenimpfungen gegen das Coronavirus. Nach Angaben des russischen Gesundheitsministeriums ist „Sputnik V“ in mehr als 90 Prozent der Fälle wirksam. Es wurden jedoch Sicherheitsbedenken geäußert: Seit der Einführung des Impfstoffs vor dem Ende der dritten Testphase haben viele Länder der russischen Regierung vorgeworfen, die Gesundheit der Menschen zu gefährden und die allgemeine Akzeptanz zu verringern. Impfstoff.

Wie sicher werden die Impfstoffe sein?

Bundesgesundheitsminister Spahn und Forschungsminister Karliczek betonten, dass es in der Entwicklung keine „riskanten Abkürzungen“ geben werde. Sicherheit hat oberste Priorität. Ein Impfstoff kann nur verwendet werden, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt, sagte Karliczek.

Die Regulierungsbehörden in Europa und den Vereinigten Staaten haben wiederholt betont, dass die Sicherheit von Zubereitungen auch bei beschleunigten Verfahren oberste Priorität hat. Mit einer schnelleren Genehmigung werden bürokratische Prozesse beschleunigt – zum Beispiel, weil die Genehmigungsbehörden Zwischenergebnisse erhalten und diese vor Abschluss der Studien überprüfen können.

Was passiert, nachdem ein Corona-Impfstoff zugelassen wurde?

Nach der Zulassung des Impfstoffs gibt es viele Herausforderungen. Zuallererst ist es die Massenproduktion eines Impfstoffs. Hamburger Virologin Marylyn Addo sagte am Deutschlandfunkist die weltweit verfügbare Produktionskapazität derzeit unzureichend. Daher wird es in den kommenden Monaten einen Kampf um Ressourcen geben. Der Chef der amerikanischen Firma Moderna, Stéphane Bancel, spekuliert ebenfalls, dass es nicht nur anfänglich, sondern etwa anderthalb Jahre lang zu Engpässen kommen könnte. in dem Spiegel Er sagte, das Problem seien hauptsächlich regulierte medizinische Rohstoffe wie Zellkulturen, Enzyme oder Lipide. Wenn eine Komponente fehlt, wird die gesamte Produktion gestoppt.

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Es ist klar, dass genau zu Beginn entschieden werden muss, wer als erster geimpft wird. In Deutschland haben der Deutsche Ethikrat, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Ständige Impfausschuss (StIKo) des Robert-Koch-Instituts diesbezüglich Empfehlungen abgegeben. Anfänglich seit dem 27. Dezember Personen ab 80 Jahren sowie Personen, die in Krankenhäusern für die Behandlung oder Pflege älterer Menschen betreut werden, oder Personen, die Pflege oder Arbeit benötigen. Zur ersten Gruppe gehören auch diejenigen, die auf Intensivstationen, Notaufnahmen, Notaufnahmen oder Impfzentren arbeiten. Dann sind Menschen über 70 an der Reihe, die ein sehr hohes Risiko oder eine hohe Wahrscheinlichkeit für das Fortschreiten schwerer Krankheiten haben. Zu dieser zweiten Gruppe gehören auch Polizei- und Sicherheitskräfte sowie Menschen, die in Kollektivwohnungen leben. Es folgen Personen über 60 Jahre mit geringfügigen früheren Krankheiten. Darüber hinaus werden in dieser Gruppe Pädagogen, Lehrer und Mitarbeiter des Lebensmitteleinzelhandels geimpft. Personen, die keiner dieser Gruppen angehören, können dann wahrscheinlich ab dem Sommer geimpft werden.

Die internationale „Covax“ -Initiative versucht, weltweit einen gerechten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen zu gewährleisten. Es wird von der WHO und den Impfallianzen „Gavi“ und „Cepi“ geleitet. Bis Ende 2021 sollen weltweit zwei Milliarden Impfstoffdosen hergestellt und an Pflegekräfte und Menschen verteilt werden, die besonders anfällig für Alter oder frühere Krankheiten sind.

Die nächste Herausforderung ist die Logistik: Wenn Millionen von Menschen in kurzer Zeit geimpft werden möchten, könnte dies die Praxis der Allgemeinmediziner überlasten. So wurden beispielsweise in Ausstellungshallen große Impfzentren in Deutschland eingerichtet. In der Zeitschrift „Der Spiegel“ kündigte Spahn außerdem an, dass verschiedene Anwendungen für Koronaimpfungen entwickelt werden. Die Verwaltung von Terminen sollte mit einem geregelt werden und Nebenwirkungen können in einem anderen gemeldet werden. Ein Impfstoff muss aus dem Bundeshaushalt bezahlt werden – laut Spahn muss keine Krankenversicherungskarte vorgelegt werden.

Wird ein Impfstoff die Pandemie beenden?

Die mehrfachen Zulassungen von Impfstoffen auf der ganzen Welt sind gute Nachrichten. Das heißt aber nicht, dass die Pandemie enden wird. Einerseits, weil es einige Zeit dauert, bis genügend Menschen geimpft sind, um die sogenannte kollektive Immunität zu erreichen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sollten 55 bis 65% der deutschen Staatsbürger freiwillig geimpft werden – laut Spahn wäre dies bis Ende Sommer 2021 möglich. Eine Impfpflicht wurde von Spahn wiederholt ausgeschlossen.

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Experten der Weltgesundheitsorganisation schätzen, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden müssten. Andere Experten – wie der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach – gehen von einer noch höheren Impfrate von bis zu 85% aus, je nachdem, wie infiziert das Virus ist und wie es durch eine Mutation entsteht. . Die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung schätzt ebenfalls, dass 80 bis 85 Prozent der Impfung der Bevölkerung notwendig sind.

Es ist auch noch nicht klar, wie lange die Impfstoffe wirksam sein werden und was genau sie vermeiden werden: nur schwere Verläufe oder zuverlässig die Ausbreitung des Coronavirus.

Einen Bericht über das „Corona Vaccine Approval Race“ unserer Redaktion „Hintergrund“ finden Sie hier.

(Stand 30.12.2020)

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Mallory Glasg

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