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Angriff in Wien – im Herzen – politisch

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Österreich auch vom islamistischen Terror heimgesucht wurde. Österreich, das sich gerne „die Insel der Seligen“ nennt, wurde gewarnt, konnte sich aber nicht vor diesem Angriff schützen. Es war ein Angriff mitten ins Herz – mitten in Wien. Innenminister Karl Nehammer sagte am Dienstagmorgen um 6 Uhr morgens im Stakkatoton, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass es mehrere Täter gibt. Es gab Hausdurchsuchungen und mehrere Verhaftungen.

Wie der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig in dieser Nacht berichtete, haben die Täter „zufällige Menschen erschossen“ – alle, die in der letzten Nacht vor der Kronenverriegelung Spaß haben wollten: im Burgtheater, in die Nationaloper, in den Bars im sogenannten Bermuda-Dreieck im Stadtzentrum und auf den Freiflächen draußen die Kneipengärten, in denen Sie ein letztes Bier oder ein Achtel Wein genießen wollten ungewöhnlich milde Temperaturen im November – bevor die Restaurants um Mitternacht schließen.

Der Täter oder nur die Täter marschierten durch die Straßen und schossen überall hin. Vier Passanten starben, ein Attentäter wurde durch Schüsse festgenommen. Er hatte ein Sturmgewehr dabei und trug einen Sprengstoffgürtel, der sich als Dummy herausstellte. Dass er ein IS-Anhänger war und seine Wohnung in die Luft gesprengt worden war – der Innenminister wollte nicht viel preisgeben.

Es war bekannt, dass die terroristische Miliz des IS in Österreich aktiv ist

Im jüngsten Bericht über den Schutz der Verfassung wird der islamistische Terrorismus als „größte Bedrohung für die Sicherheit Österreichs“ bezeichnet. Während der Präsentation des Berichts sagte der damalige Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Franz Lang: Die Sicherheitslage ist im Vergleich zu anderen Ländern in Europa und der Welt „entspannter“.

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Der kürzlich in den Ruhestand getretene Direktor des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Peter Gridling, hat in den letzten Jahren wiederholt betont, dass die terroristische IS-Miliz in Österreich noch Anhänger hat und aktiv ist und hat erhebliche Mittel. Die sogenannten Rückkehrer stellten für Gridling „ein beträchtliches und unkalkulierbares Risikopotential“ dar. Die Behörden kannten insgesamt 320 Menschen aus Österreich, die in die Kriegsgebiete Syriens und des Irak gereist waren oder dorthin wollten, um zu kämpfen. 58 wurden wahrscheinlich getötet, mindestens 93 kehrten nach Österreich zurück.

Bundeskanzler Sebastian Kurz engagiert sich im Kampf gegen den politischen und militanten Islam. Er ist auch stark gegen den EU-Beitritt der Türkei. In Österreich ist es Tradition, als Bollwerk gegen die angebliche Expansion des Osmanischen Reiches zu agieren. Die FPÖ feiert regelmäßig das Ende der türkischen Belagerung im Jahr 1683.

Da der Terrorakt nach ersten Erkenntnissen in der Seitenstettengasse begann, ist ein antisemitischer Hintergrund offensichtlich. Die Synagoge und der Sitz der jüdischen Gemeinde in Wien befinden sich in der Seitenstettengasse. Dieser Angriff könnte auch ein Angriff auf das jüdische Leben in Wien gewesen sein – das in den letzten Jahren floriert hat und auch deutlicher sichtbar geworden ist: durch koschere Geschäfte und jüdische Institutionen. Derzeit leben in Österreich rund 15.000 Juden, die Mehrheit in Wien. Immer mehr Juden kehren nach Wien zurück, insbesondere aus Osteuropa. Es gibt Einwanderer, von denen sich viele zum orthodoxen Judentum bekennen.

Diese Synagoge war bereits Schauplatz eines Angriffs. 1981 überfiel das palästinensische Terroristenteam der Abu Nidal-Gruppe die Synagoge und tötete zwei Menschen. Im selben Jahr wurde der Wiener Stadtrat Heinz Nittel, Präsident der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft, von dieser Gruppe getötet. 1985 griffen palästinensische Militante den Wiener Flughafen an, töteten vier und verletzten 38.

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Heute, nach Frankreich, Deutschland und Belgien, Spanien und Großbritannien, ist Österreich auch das Ziel des islamistischen Terrors geworden.

Betlinde Blaug

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