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Messerangriff in Nizza: globaler Horror eines Terroranschlags

Frankreich wird erneut von einem brutalen Mord erschüttert. Ein mutmaßlicher Islamist tötete drei Menschen in einer Kirche in Nizza. Die Weltgemeinschaft reagiert mit Bestürzung auf diesen Akt.

Der französische Präsident Macron hat als Reaktion auf den Terroranschlag in Nizza die höchste Alarmstufe für Terroristen erklärt. Bei einem Messerangriff in der Basilika Notre Dame an diesem Morgen wurden drei Menschen getötet, zwei Frauen und der Sakristan der Kirche. Sechs weitere Personen sind verletzt, berichten französische Medien.

Die Morde in Nizza sollen in der Kirche stattgefunden haben; Das dritte Opfer starb kurz darauf in einem Café gegenüber der Basilika, wo die Frau schwer verletzt geflohen war. Anscheinend hat der Angreifer einer 70-jährigen Frau in der Kirche die Kehle durchgeschnitten und dem 45-jährigen Sakristan in den Hals gestochen.

Zwei Menschen wurden „auf schreckliche Weise“ in der Kirche getötet, sagte der Bürgermeister von Nizza Christian Estrosi. Der französische Premierminister Jean Castex bestätigte, dass drei Menschen bei dem Angriff ums Leben kamen.

Die Ermittler gehen von Extremismus aus

Die Behörden gehen von einem Terroranschlag aus. Der Anti-Terror-Staatsanwalt ermittelt. Der Autor, der wiederholt „Allahu akbar“ (Gott ist der Größte) rief, wurde laut französischer Medien von der Polizei vor der Kirche erschossen und ins Krankenhaus gebracht.

Der Staatsanwalt für Terrorismusbekämpfung, Jean-François Ricard, berichtete, der Verdächtige sei ein Tunesier, der am 20. September auf der italienischen Insel Lampedusa ankam und am 9. Oktober nach Paris reiste. Die Informationen stammen aus einem Dokument über den Mann vom italienischen Roten Kreuz. Die tunesische Staatsanwaltschaft leitete nach dem Anschlag eine Untersuchung ein. Für den Fall, dass die französischen Justizbehörden eine Zusammenarbeit beantragen, steht eine zur Verfügung, sagte ein Sprecher des Tunis-Gerichts.

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Die italienischen Behörden sagten, sie seien von Tunesien nicht vor dem Autor gewarnt worden. Das Innenministerium in Rom gab bekannt, dass der 21-jährige Tunesier illegal auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa angekommen ist. Berichten der italienischen Agentur zufolge ging er mit anderen Migranten mit dem Boot an Land und wurde im Oktober nach Bari, der Hauptstadt Apuliens, gebracht. Am 9. Oktober forderte ihn ein Ablehnungsdekret auf, Italien innerhalb von sieben Tagen zu verlassen.

Macron erhöht seine Terrorismusbekämpfung

Als Reaktion darauf gab Frankreich die höchste Alarmstufe für Terroristen heraus. Präsident Emmanuel Macron besuchte am Nachmittag den Tatort. Er kündigte einen erhöhten Schutz für Kirchen und Schulen an. Die seit einiger Zeit laufende nationale Anti-Terror-Operation „Sentinel“ der Armee soll von 3.000 auf 7.000 Soldaten reduziert werden.

Er forderte die Franzosen auf, sich nicht vor dem Terror zurückzuziehen. Wir dürfen dem Geist der Spaltung nicht nachgeben. Dies ist der dritte Angriff in Frankreich in wenigen Wochen. Zu dieser Zeit wurde der Geschichtsprofessor Samuel Paty von einem Islamisten auf der Straße eines Pariser Vororts enthauptet.

Neue Angriffe in Avignon und Lyon

Es gab auch einen Vorfall am Morgen in einem Vorort von Avignon in Südfrankreich. In Montfavet drohte ein Mann mehreren Passanten mit einer Waffe, teilte die Polizei mit. Die Polizei sagte, sie hätten den Mann erschossen, weil er sich weigerte, seine Waffe niederzulegen.

Ein Mann in afghanischer Kleidung wurde heute Nachmittag mit einem Messer in der Hand in Lyon festgenommen. Ein Wachmann wurde ebenfalls im französischen Konsulat in Jeddah, Saudi-Arabien, angegriffen und leicht verletzt.

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„Schreckliche Tat“

Die Angriffe ereigneten sich inmitten der Empörung vieler Muslime über die Cartoons des Propheten Muhammad, die das französische satirische Magazin „Charlie Hebdo“ in den letzten Monaten erneut veröffentlicht hatte.

Überall auf der Welt herrscht großes Mitgefühl nach den Morden von Nizza. Der Gipfel der europäischen Institutionen gab Frankreich seine Solidarität. Ganz Europa stehe in Solidarität mit dem Land, schrieb die Leiterin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen auf Twitter. Der russische Präsident Wladimir Putin drückte auch sein „aufrichtiges Beileid“ aus.

Papst Franziskus drückte seine Nähe und sein Mitgefühl für die Trauernden aus. UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete den Angriff als „abscheulich“. US-Präsident Trump schrieb auf Twitter, die Vereinigten Staaten seien „in diesem Kampf auf Frankreichs Seite“.

Verwirrung in islamischen Vereinigungen

Mehrere islamische Vereinigungen in Deutschland verurteilten den Messerangriff. Der Präsident des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman ​​Mazyek, sagte in Köln: „Wer den Menschen Mord und Terror bringt, hat die Menschheit beleidigt, hat Gott beleidigt.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nannte diesen Akt einen „Akt abscheulicher Gewalt“ und betonte: „Wir müssen mit aller Entschlossenheit gegen die Gewalt und die islamistischen Motive kämpfen, die offenbar dahinter stehen.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, sie sei „zutiefst schockiert“. Sie versicherte Frankreich der „Solidarität mit Deutschland in diesen schwierigen Zeiten“.

Tagesschau berichtete am 29. Oktober 2020 um 14.00 Uhr und 17.00 Uhr über dieses Thema.


Betlinde Blaug

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