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MRNA-Technologie: Biontech arbeitet an Medikamenten gegen Multiple Sklerose

Getty Images / Evgeniya Matveets

  • Nach der erfolgreichen Entwicklung des Covid-19-Impfstoffs arbeitet das Mainzer Unternehmen Biontech an einem Medikament gegen Multiple Sklerose.
  • Die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin berichten, dass sie das Fortschreiten der Autoimmunerkrankung bereits in Experimenten an Mäusen eindämmen konnten.
  • Die MRNA-Technologie scheint auch im Kampf gegen Krebs zu wirken. Klinische Studien bei Patienten mit schwarzem Hautkrebs sind laut „Spiegel“ vielversprechend.

Die Nachricht sorgte für Aufsehen: In kürzester Zeit sind Biontech und sein amerikanischer Partner Pfizer die Durchbruch in der Corona-Impfstoffforschung Erfolg. Das in Mainz ansässige Unternehmen hatte seinen Wirkstoff in weniger als einem Jahr zugelassen. Noch nie wurde ein Serum so schnell entwickelt. Der Rekord für den Mumps-Impfstoff liegt bei vier Jahren. Biontech will offenbar mithalten – und arbeitet bereits an einer umfassenden Therapie für Autoimmunerkrankungen.

In der aktuellen Ausgabe von „Sience“ berichten die Firmengründer Özlem Türeci und Uğur Şahin, dass sie das Fortschreiten der Multiplen Sklerose bereits in Experimenten an Mäusen eindämmen konnten. In einigen Fällen konnten sie sogar die induzierte Lähmung umkehren. Dazu untersuchten sie verschiedene Modelle von Autoimmunerkrankungen des Zentralnervensystems. „Es ist denkbar, dass die Methode auch bei anderen Autoimmunerkrankungen wie jugendlichem Diabetes angewendet werden kann“, sagt Şahin.

Meilenstein in der Entwicklung zukünftiger Impfstoffe

Beate Kampmann, Direktorin des Zentrums für Impfstoffe an der Londoner Schule für Hygiene und Tropenmedizin, ist beeindruckt vom Potenzial der verwendeten mRNA-Technologieplattform. „Wenn Sie sehen, wie einfach es ist, mit dieser Plug-and-Play-Technologie Anpassungen vorzunehmen“, sagt sie Zeitschrift „Spiegel“. „Dann muss man sie als wichtigen Schritt in der Entwicklung zukünftiger Impfstoffe sehen.“

Mit Hilfe der mRNA-Technologie werden während einer Covid-19-Impfung virale, aber harmlose Proteine ​​in unserem Körper produziert. Die Zellen in unserem Körper präsentieren Antigen auf ihrer Oberfläche und lösen eine Immunantwort aus. Wenn der Körper dann mit dem Virus in Kontakt kommt, erkennt unser Immunsystem das spezifische Antigen und kann so die Infektion gezielt bekämpfen.

Türeci und Şahin sind nicht die einzigen Wissenschaftler auf diesem Gebiet. Laut „Spiegel“ sind sie so weit voraus, dass sie eine Grundstruktur für mRNA-Moleküle entwickelt haben. Darüber hinaus werden ihre mRNA-Moleküle vor der Injektion in sehr dünne Fettschichten gehüllt, damit sie Milz, Lymphknoten und Knochenmark erreichen können. Dort werden sie von für die Immunität wichtigen Zellen aufgenommen.

Tests an Patienten mit schwarzem Hautkrebs sind positiv

Basierend auf dieser Bauweise kann Biontech schnell verschiedene Impfstoffe herstellen. Wenn das Virus wie zuvor mutiert, können Forscher ihre Version schnell anpassen. Die MRNA-Technologie scheint auch im Kampf gegen Krebs zu wirken. Klinische Studien bei Patienten mit schwarzem Hautkrebs sind laut „Spiegel“ vielversprechend.

Versuche, Autoimmunerkrankungen mit mRNA-Molekülen zu heilen, können laut Şahin schließlich zum ersten Mal seit zwei bis drei Jahren am Menschen getestet werden. Etwa acht Prozent der Weltbevölkerung leiden darunter. In der Zwischenzeit besteht eine gute Chance, dass weitere Fortschritte erzielt werden. „Die Produktion von mRNA wird einfacher, schneller, billiger und allgemeiner verfügbar“, sagt Şahin.

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Baldwin Blomgrens

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