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Neurologische Symptome: Forscher verstehen jetzt, warum Covid-Patienten sie zeigen

Bisher konnten Ärzte nicht erklären, warum einige Covid-Patienten neurologische Symptome entwickelt haben und andere nicht. Die Münsteraner Forscher scheinen das Rätsel jedoch gelöst zu haben: Sie haben festgestellt, dass Neuro-Covid-Patienten eine schwächere Immunantwort im Nervensystem haben.

Spezifisches Immunprofil: Warum hat eine Koronainfektion nur bei einigen Patienten neurologische Folgen? Möglicherweise haben Forscher jetzt eine Antwort darauf gefunden. Als Ergebnis zeigen Covid-19– Patienten mit neurologischen Komplikationen im Nervenwasser haben Immunzellen verändert und geschwächt. Dies deutet auf eine geschwächte Immunantwort im Nervensystem hin – und könnte bei der Früherkennung helfen.

Viele Leute, die auf sind Coronavirus Sars-CoV-2 krank werden, nicht nur die Auswirkungen auf die Lunge, sondern auch auf das Nervensystem spüren. Das Virus kann den Riechnerv passieren im Gehirn Geh und komm Gehirnzellen und Nerven betroffen. Obwohl die anderen Symptome mild sind, gibt es neurologische Konsequenzen Keine Seltenheit. Dazu gehören Geruchs- und Geschmacksstörungen, Gehirninfektionen und Hirnschäden, die zu neurologischen und psychiatrischen Anomalien führen, sowie Schlaganfälle.

In der Berufswelt werden diese Symptome in Neuro-Covid zusammengefasst. Bisher konnten Ärzte und Wissenschaftler jedoch kaum erklären, welche Menschen es unter welchen Umständen und warum bekommen. Surf-Tipp: Alle Neuigkeiten zur Koronapandemie finden Sie im FOCUS Online-Ticker.

Neuro-Covid-Patienten haben T-Zellen und abnormale weiße Blutkörperchen abgereichert

Eine Studie liefert jetzt neue Beweise. Forscher unter der Leitung von Michael Heming von der Universität Münster untersuchten das Nervenwasser von acht Patienten mit neurologischen Symptomen von Covid 19. Sie verglichen das Profil von Immunzellen in der Rückenmarksflüssigkeit mit dem von Patienten mit anderen neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose, virale Enzephalitis oder erhöhter nichtentzündlicher Hirndruck.

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Das Ergebnis: Neuro-Covid-Patienten zeigten spezifische Veränderungen der Immunzellen des Nervenwassers, die sich signifikant von allen anderen untersuchten Krankheiten unterschieden. Ihre Monozyten, die einen Teil der weißen Blutkörperchen ausmachen, waren teilweise dedifferenziert, so dass sie einige ihrer typischen Eigenschaften zurückgebildet hatten.

T-Lymphozyten, die zur spezifischen Verteidigung gehören, zeigten Anzeichen von „Erschöpfung“. Dieses Phänomen ist bei chronischen Krankheiten und Krebs bekannt, wenn T-Zellen so lange mit einem Antigen konfrontiert werden, dass ihre Reaktion allmählich schwächer wird. Die Entzündungsmarker im Nervenwasser bei Patienten mit Covid 19 waren ebenfalls erhöht, jedoch geringer als bei Menschen mit viraler Enzephalitis. Die Forscher konnten das Sars-CoV-2-Virus selbst im Nervenwasser nicht nachweisen.

Verminderte nervenspezifische Immunantwort

„Zusammenfassend deutet dies auf eine verminderte Immunantwort des Nervensystems auf Sars-CoV-2 hin“, erklärt Hemings Kollege Gerd Meyer zu Hörste. Frühere Studien hatten ähnliche Veränderungen im Blut von Patienten mit schweren Lungenverläufen gezeigt. Neue Nervenwasserdaten zeigen nun jedoch, dass die nervenspezifische Immunantwort auch bei ansonsten milden Klassen geschwächt werden kann.

„Was an Covid-19 irritiert, ist, dass selbst Menschen mit sehr leichten Erkrankungen manchmal schwere neurologische Symptome entwickeln können“, kommentiert Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Die Studie zeigt nun einen möglichen Grund dafür: „Unsere Daten zeigen, dass neurologische Symptome und Folgeerkrankungen daher keine reinen ‚Nebenwirkungen‘ einer schweren Covid-19-Lungenerkrankung sind, sondern eine darstellen könnten unabhängige Einheit “, sagte Meyer zu Hörste.

Die Ergebnisse könnten bei der Früherkennung helfen

Das Wissen, dass die Immunantwort im Nervenwasser von Neuro-Covid-Patienten geschwächt ist, liefert daher eine mögliche Erklärung für das klinische Bild. Unter bestimmten Umständen könnte dies sogar zur Früherkennung beitragen: „Nach einer Nervenwasseranalyse nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 kann dann möglicherweise vorhergesagt werden, ob die betroffene Person neurologische Symptome entwickelt“, erklärt Heinz Wiendl , Kollege von Heming.

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Die Entnahme von Nervenflüssigkeit aus dem Rückenmark ist jedoch ein sehr invasives Verfahren, das nicht nur für den Patienten unangenehm ist, sondern auch Risiken birgt. Aus diesem Grund konnten die Autoren nur diejenigen Patienten in die Analyse einbeziehen, für die ohnehin aus medizinischen Gründen Nervenwasser entnommen werden musste. Die Intervention konnte allein aus wissenschaftlichen Gründen nicht gerechtfertigt sein, weshalb kein Covid 19-Patient ohne neurologische Symptome an der Studie teilnahm.

„Unsere Ergebnisse liefern die Grundlage für ein besseres Verständnis und möglicherweise eine Diagnose von Neuro-Covid in der Zukunft“, schreiben die Autoren. Es sind jedoch weitere größere Studien erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen. (Immunität, 2020; doi: 10.1016 / j.immuni.2020.12.011)

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie eV

Dieser Artikel wurde von Nadja Podbregar geschrieben

Mallory Glasg

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