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Raumstation: Das Ende der ISS rückt näher – aber wie schnell?

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Das Ende der ISS rückt näher – aber wie bald?

| Lesezeit: 4 Minuten

Die ISS im Orbit. Wo ist das Luftleck?

Die ISS im Orbit. Wo ist das Luftleck?

Quelle: dpa

Insolvenzen, Pech und Unglück: Die „Internationale Raumstation“ muss repariert werden und ist ein verlassenes Modell. Sogar die Toilette war kaputt. Die Zukunft wird jetzt verhandelt – da die Wartungskosten dramatisch steigen.

MITDie Luftversorgung ist in letzter Zeit zu einem Problem geworden. Vor Weihnachten kämpften Raumfahrer um die „Internationale Raumstation“ (ISS) mit einem Leck, das die Sauerstoffreserven erschöpft. Es könnte sich um das Zvezda-Modul handeln. Die Suche nach dem Leck dauert seit Monaten an. Ein ungewöhnlicher Riss war bereits im Oktober entdeckt worden. Ein Teebeutel wurde verwendet, um den Bereich zu finden, der nur wenige Zentimeter betrug, und er schwebte in Richtung des Lecks. Das Siegel war wahrscheinlich nicht genug.

Die ISS ist dem Oldtimer näher gekommen, sie ist funktional, aber reparaturbedürftig und pflegebedürftig. Seit fast 22 Jahren schwebt es 400 Kilometer über der Erde. Wochenlang machte er weniger wegen wissenschaftlicher Arbeit als wegen Pannen Schlagzeilen. Die Station wird bis 2024 offiziell in Betrieb bleiben. Es ist noch unklar, wie dies danach weitergehen wird.

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Die russische Raumfahrtagentur Roskosmos gab in Moskau bekannt, dass Gespräche im Gange seien. Die Konsultationen mit der US-Raumfahrtagentur Nasa und anderen Partnern zu diesen Themen werden voraussichtlich im neuen Jahr beginnen. „Eine Verlängerung der Betriebszeit hängt von technischen und politischen Fragen ab, die mit den Partnern besprochen werden“, sagte er vage.

Vor einigen Monaten hielt der Chef von Roskosmos, Dmitry Rogozin, die Zukunft der ISS bis 2030 für realistisch. Jetzt ist seine Wortwahl viel vorsichtiger geworden. Die Station sagte, es sei Zeit für sie, sich „zurückzuziehen“, sagte er vor einigen Tagen. Die Wunden würden weiterhin „geheilt“. Aber das Ende kommt.

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Er erinnert an die vielen Vorfälle in der Station in den letzten Monaten: Die Suche nach dem Luftleck geht für immer weiter. Das Sauerstoffproduktionssystem fällt immer wieder aus. Sogar die Toilette im Raum war kaputt. Roskosmos betont immer, dass für Raumfahrer keine unmittelbare Gefahr besteht.

Der Astronom Jonathan McDowell Im Harvard Smithsonian Center for Astrophysics werden die Tage der ISS gezählt. „Was 2030 betrifft, bin ich skeptisch. Systeme werden immer älter. Die ISS könnte natürlich noch zehn Jahre betrieben werden, aber dann mit einem hohen Wartungsaufwand, erklärt der Astrophysiker. Er geht jedoch davon aus, dass die ISS 2026, spätestens jedoch 2028, aufgegeben wird.

Nach früheren Schätzungen belaufen sich die Gesamtkosten für den Bau und Betrieb der Station bereits auf weit über 100 Milliarden Euro. Laut früheren Berichten tragen die Vereinigten Staaten den größten Teil der Betriebskosten von mehreren Milliarden Euro pro Jahr. Von Weltraumtouristen wird nun erwartet, dass sie zusätzliches Einkommen erzielen. Und Russland hat lange geplant, die Station um ein neues Forschungsmodul zu erweitern.

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Einige Experten halten eine Verlängerung der Betriebsdauer einfach deshalb für realistisch, weil die an dem Projekt beteiligten Länder das Beste aus dieser enormen Investition herausholen wollen. Wie lange die ISS noch um die Erde fliegen wird, hängt jedoch davon ab, ob die Kosten für die Reparaturarbeiten außer Kontrolle geraten.

Der Vorgänger der ISS war die russische Raumstation „Mir“. Vor zwanzig Jahren, am 5. Januar 2001, wurde das Ende offiziell besiegelt. Der damalige Premierminister, Michail Kasyanow, unterzeichnete die Resolution „Über die Einstellung der Arbeiten am Orbitalkomplex„ Mir ““, in der der Untergang der fast 15 Jahre alten Raumstation im Pazifik angeordnet wurde.

DOKUMENT - 10.05.1997, ---: Die alte russische Raumstation

Die russische Raumstation „Mir“ wurde vor 20 Jahren verschrottet

Quelle: dpa

Die „Mir“ erlitt zu dieser Zeit auch unzählige Pannen. Die Bodenstation zählte damals mehr als 1.500 – ein bitterer Rekord für die stolze Weltraumnation Russland. Seit seiner Inbetriebnahme am 20. Februar 1986 haben insgesamt 104 russische und ausländische Astronauten auf der Station gearbeitet. Aber am Ende hatte Moskau nicht die Mittel, um weiter zu operieren.

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Die chinesische Sonde „Chang’e 5“ sammelte nicht nur Steine ​​auf dem Mond, sondern hinterließ auch etwas Symbolisches: Von nun an wird die chinesische Nationalflagge auf dem Erdsatelliten wehen.

Am 23. März 2001 wurde das kranke sowjetische Erbe auf die Erde gerichtet, in der Atmosphäre versengt und fiel wie ein Trümmerhagel im Südpazifik östlich von Neuseeland. Die Überreste liegen auf dem Meeresboden.

Für Roskosmos leitete „Mir“ den Wendepunkt in der Weltraumforschung ein und ermöglichte es den Menschen, lange im Weltraum zu bleiben. Die geplanten Rückrufe sind mit den ISS-Plänen verknüpft. Roskosmos-Chef Rogosin hatte angekündigt, dass Russland nach der ISS eine eigene Raumstation bauen werde.

Aus praktischen Gründen könnte der Astrophysiker McDowell etwas von einem längeren Leben der ISS profitieren. „Dann lernen wir die Faktoren kennen, die die Lebensdauer einer Raumstation begrenzen.“ Dieses Wissen könnte dann einer neuen Station zugute kommen, wenn die Lichter an der ISS irgendwann ausgehen. dpa

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Mallory Glasg

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