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Turbulentes Jahr 2020: Vom Wall Street-Schatz zum gefallenen Börsenstar: So entgleist der Tesla-Konkurrent Nikola im Jahr 2020

?? Nikola hatte ein turbulentes Jahr an der Börse
?? Vom berühmten Tesla-Jäger zur Betrugsfirma
?? Schaden am irreparablen Image?

Der Elektroautohersteller Tesla ist seit Jahren ein euphorischer Investor. Viele Marktteilnehmer haben jedoch den richtigen Startzeitpunkt verpasst – allein in diesem Jahr haben die Tesla-Aktien über 700% zugelegt. In den letzten Jahren gab es jedoch selten günstige Kaufpreise. Infolgedessen verstecken sich viele Investoren auf der Suche nach einer neuen Chance auf dem zukünftigen Markt für alternative Transportfahrzeuge, und viele Marktteilnehmer glaubten, sie hätten sie beim Elektro-Lkw-Hersteller Nikola gefunden.

Nähe mit Tesla freiwillig gesucht

Diese Einschätzung war kein Zufall, da Nikola offensichtlich und bewusst von der Nähe zur Moschusgruppe Gebrauch machte. Der Name „Nikola“ wurde bewusst gewählt, schließlich ist es der Vorname des Erfinders, Physikers und Elektrotechnikers Tesla, der seinerseits dem Pionier des Elektroautos seinen Namen gab.

Auch die Branche ist offenbar ähnlich: Wie Tesla befindet sich auch Nikola im Elektrobereich, konzentriert sich dort jedoch auf den Bau von Elektro-Lkw und greift den von Tesla geplanten Sattelzug direkt an. Mittelfristig will das Unternehmen jedoch auf Brennstoffzellentechnologie umsteigen, und die Lastwagen von Nikola sollen mit Wasserstoff betrieben werden.

Die Ähnlichkeiten enden hier nicht – wie Tesla stützte sich auch Nikola auf einen charismatischen Wirtschaftsführer: Elon Moschus Nikola hieß Trevor Milton und wurde von Investoren wie dem Chef von Tesla für seine unkonventionelle Art, Dinge selbst zu tun, gefeiert. Dass der Börsengang von Nikola in diesem Zusammenhang erfolgreich war, überraschte einige Marktbeobachter. Tatsächlich machte das Unternehmen im Sommer 2020 einen Abstecher an die Börse und feierte seinen Börsengang mit einer Fusion mit einem börsennotierten Unternehmen namens VectoIQ. Dieser Deal hatte jedoch keinen Einfluss auf den Erfolg der Börsennotierung: Begonnen bei 37,55 US-Dollar, stieg der Nikola- Nach nur wenigen Tagen stieg die Aktie auf 93,99 US-Dollar und verdreifachte fast ihren Wert.

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Teslas Konkurrent ging an der Börse auf Hochtouren, aber die folgenden Monate sorgten für einen massiven Anstieg und Rückgang, an dessen Ende die Aktie nur noch ein Drittel des am ersten Tag begonnenen Kurses wert ist. Verhandlung.

Vorwürfe des Betrugs haben Nikola auf den richtigen Weg gebracht

Zunächst blieben die Anleger dem Unternehmen jedoch treu, obwohl die Nikola-Aktie bereits in den Wochen nach dem erfolgreichen Börsengang starke Schwankungen aufwies. Aber der Hersteller von Elektrofahrzeugen hatte im September gute Neuigkeiten zu verkünden: Mit dem traditionellen amerikanischen Autohersteller General Motors wurde ein starker Partner rekrutiert. Der Autohersteller sollte elf Prozent der Anteile von Nikola übernehmen und im Gegenzug ein Mitglied in den Aufsichtsrat von Nikola entsenden.

Die Partnerschaft wurde auf dem Markt gefeiert, da sie zeigte, dass ein traditionsreiches Unternehmen wie General Motors, das sich zuvor auf konventionelle Antriebstypen konzentriert hatte, das zukünftige Potenzial des Marktes für Elektrofahrzeuge erkannte und identifizierte Nikola als potenzieller Game Changer.

Die positive Stimmung auf dem Markt änderte sich jedoch schnell, als ein Shorts-Verkäufer namens Hindenburg Research massive Vorwürfe gegen Nikola erhob. Es war die Rede von einem „komplexen Betrug“, der auf „Dutzenden von Lügen von Trevor Milton“ beruhte. Der Leerverkäufer beschuldigte das elektronische Lkw-Start-up unter anderem, potenzielle Kunden mit einem für seinen Elektrofahrzeug produzierten Werbevideo zum Narren gehalten zu haben: Anstatt allein mit elektrischem Antrieb zu fahren, wurde das Fahrzeug einfach auf einem gefahren Steigung. Die Vorwürfe wurden von der Financial Times aufgegriffen und veranlassten Nikola schließlich, den Betrug zuzugeben und den Betrug zuzugeben.

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„Wir haben noch nie einen solchen Grad an Betrug in einem börsennotierten Unternehmen gesehen“, sagte Hindenburg Research und besiegelte einen massiven Preisverfall bei Nikola-Aktien. Die Aktie verlor in einer ersten Reaktion der Anleger 27%.

Es bestehen Zweifel am Wirtschaftsmodell

Der Bericht des Leerverkäufers verwirrte Nikolas große Investorenbasis. Wie realistisch war die Umsetzung des Geschäftsmodells? Laut Bloomberg hatten große institutionelle Investoren wie Fidelity Investments Zweifel an dem Unternehmen, das als offener Konkurrent von Tesla begonnen hatte, noch bevor die Vorwürfe veröffentlicht wurden. Insbesondere ging es um die Führungsqualitäten von Trevor Milton, der – übrigens auch eine Analogie zu Tesla – große Visionen als Chef hatte und Versprechen machte, die in der Realität schwer umzusetzen waren.

Die Konsequenzen von Hindenburgs Vorwürfen waren dramatisch: Das Unternehmen verlor nicht nur einen großen Teil des Börsenwerts, sondern auch seinen Chef – Trevor Milton zog die Konsequenzen und trat von seiner Position an der Spitze der Gruppe zurück. Und am Ende wurde es schlimmer: Der geplante Einstieg von General Motors wurde zunächst ausgesetzt und schließlich vollständig annulliert, was zu einem weiteren Preisverfall führte, da auch die Entwicklung und Produktion des Badger-Pickups in annulliert wurde dieser Kontext. .

Wie elementar ist der (Bild-) Schaden für Nikola?

Es bleibt abzuwarten, ob das Unternehmen auf dem Markt bestehen und seine hohen Ambitionen als ernstzunehmender Herausforderer von Tesla verwirklichen kann. Weil die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde derzeit Ermittlungen durchführt. Es könnte argumentiert werden, dass das Tesla-Modell bereits SEC-Untersuchungen hinter sich hat und dennoch in diesem Jahr sowohl operativ als auch an der Börse neue Rekorde aufgestellt hat, aber dies war kein möglicher Betrug Investoren.

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Denn Nikolas Zukunft hält oder fällt mit seinem Geschäftsmodell, das Investoren als möglichen Zukunftsmarkt gefeiert haben. Die Tatsache, dass es derzeit mindestens fünf Sammelklagen gibt, in denen aktuelle und ehemalige Führungskräfte in öffentlichen Äußerungen über die Pläne und Zukunftsaussichten des Unternehmens gelogen haben, sollte nicht zur Wiederherstellung des Gesetzes beitragen. Anlegervertrauen. Dies ist umso schwieriger, als bei Wirecard in diesem Jahr ein massiver Investorenskandal die Märkte erschütterte. Seitdem reagieren Börsenhändler besonders empfindlich auf mögliche Unregelmäßigkeiten in börsennotierten Unternehmen.

Nikola wird daher viele Dinge tun müssen, um die Anleger wieder zu überzeugen. Einige Marktexperten glauben jedoch, dass es zumindest nicht unmöglich ist, dass der Hersteller von Elektrofahrzeugen das Blatt wenden könnte. Das Analystenhaus RBC sieht die Annullierung des „Badger“ mittelfristig nicht als Beinbruch an, hat aber dennoch sein Kursziel für Nikola-Aktien nach dem Debakel von General Motors gesenkt. Paul Coster von JPMorgan reagierte ebenfalls auf die kürzlich veröffentlichten Quartalszahlen von Nikola, sieht die Aktie jedoch weiterhin als gute Investition an. Er betonte insbesondere, dass Nikola eine höhere Liquidität als befürchtet habe.

Eines ist sicher: Die Annäherung an Tesla half Nikola zunächst, auf sich aufmerksam zu machen. Vor allem nach dem Scheitern des GM-Deals und den Zweifeln am Geschäftsmodell muss das Unternehmen nun operativ liefern. Die jüngste Ankündigung, dass die ersten fünf Nikola Tre-Batterie-LKWs zusammengebaut wurden und im ersten Quartal 2021 Validierungstests durchgeführt werden, ist ein erster Schritt auf diesem Weg.

2021 wird also auch spannend – für Nikolas Investoren, aber auch für Branchenbeobachter.

Finanzen.net Redaktion

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Bildquellen: Nikola

Mallory Glasg

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