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Unbehandelter Bluthochdruck erhöht das Risiko schwerwiegender Folgen – Heilpraxis

Hoher Blutdruck: Medikamente können das Risiko für COVID-19 senken

Menschen mit hohem Blutdruck sind besonders anfällig für schwerwiegende Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2. Ursprünglich wurde vermutet, dass blutdrucksenkende Medikamente die Ursache sind. Eine kürzlich durchgeführte Studie hat jedoch eindeutig gezeigt, dass eine medizinische Behandlung von Bluthochdruck im Gegenteil das Risiko schwerer Erkrankungen durch COVID-19 erheblich verringern kann.

Ein interdisziplinäres Forschungsteam des Berliner Instituts für Gesundheit (BIH), der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg (DKFZ), des Universitätsklinikums Leipzig und anderer Institutionen untersuchte auch die Frage, inwieweit COVID-19 und blutdrucksenkende Medikamente gegen Bluthochdruck stellen ein Risiko dar darstellen kann. Es wurde gezeigt, dass Medikamente das Risiko schwerer COVID-19-Kurse neutralisieren, anstatt es zu erhöhen. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin „Biotechnologie der Natur„.

Voraktivierung von Immunzellen

Bereits relativ früh in der SARS-CoV-2-Pandemie war Bluthochdruck mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 verbunden. In der vorliegenden Studie konnte das deutsche Forscherteam eine mögliche Ursache dafür identifizieren. Für die Studie bewerteten die Forscher klinische Daten von 144 Patienten und führten bei 48 Teilnehmern mit und ohne COVID-19 auch sogenannte „Single Cell Sequencing“ -Analysen von Zellen aus Nasopharyngealabstrichen durch.

Das Forscherteam stellte fest, dass Teilnehmer mit hohem Blutdruck in der Regel eine leichte Voraktivierung spezieller Immunzellen aufweisen, was fatale Folgen haben kann, wenn sie sich mit COVID-19 infizieren. „Wenn das Immunsystem bereits dauerhaft aktiviert ist, kann eine akute Entzündung verhindern, dass der Körper normal reagiert“, erklärt Dr. Maria Theresa Völker vom Universitätsklinikum Leipzig.

„Diese sehr leichte Entzündung kann jedoch bei einem normalen Bluttest nicht beobachtet werden, sondern nur sichtbar gemacht werden, wenn einzelne Zellen genau analysiert werden“, fährt der Autor der Studie fort. Die erhöhte Entzündungsreaktion war auch mit einem längeren Zeitraum verbunden, bis das Virus frei war und Teilnehmer mit hohem Blutdruck anfälliger für schwerwiegendere Infektionen der Atemwege waren, sagten die Forscher.

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Hoher Blutdruck ist ein eigenständiger Risikofaktor

Bisher war umstritten, ob Bluthochdruck als unabhängiger Risikofaktor bewertet werden sollte oder ob er in Bezug auf andere Faktoren wie das Alter betrachtet werden sollte. Weil Alter und Bluthochdruck bei vielen Betroffenen zusammen auftreten. „In Deutschland hat fast jeder dritte Erwachsene einen hohen Blutdruck, und bei über 60-Jährigen ist durchschnittlich jeder zweite von Bluthochdruck betroffen“, berichtet die Deutsche Hypertonie-Liga . Die jetzt veröffentlichte Studie zeigt jedoch, dass unbehandelter Bluthochdruck ein unabhängiger Risikofaktor für schwere COVID-19-Verläufe sein kann.

Blutdruckmedikamente reduzieren das Risiko

Die Studie bestätigt die Hypothese, dass Bluthochdruck „die COVID-19-Krankheit verschlimmern kann“ und „auch gezeigt hat, dass eine medikamentöse Therapie des Blutdrucks einen positiven Effekt hat“, erklärt Professor Dr. Ulrich Wenzel von UKE Hamburg, Geschäftsführer der Deutschen Hypertonie-Liga. Beim Vergleich der Teilnehmer, die Medikamente gegen Bluthochdruck einnahmen, mit denen, die dies nicht taten, wurde ein deutlicher Unterschied festgestellt.

„Die Ergebnisse waren erstaunlich“, sagt Dr. People. „Durch die Einnahme von ACE-Hemmern oder sogenannten AT1-Hemmern könnte das Risiko eines schweren Fortschreitens der Erkrankung erheblich verringert werden.“ Das Ausmaß der Reduktion war jedoch unterschiedlich. Während bei AT1-Antagonisten nur eine geringfügige Verringerung des Risikos schwerer COVID-19-Kurse beobachtet wurde, wurde das Risiko durch die Einnahme von ACE-Hemmern fast vollständig beseitigt, berichten die Forscher. Direkte Behandlungsempfehlungen können jedoch noch nicht gezogen werden.

Es kann keine direkte Therapieempfehlung abgeleitet werden

Die Deutsche Hypertonie-Liga weist auch darauf hin, dass die Anzahl der Studienteilnehmer zu gering war und dass die Studie nicht einmal darauf ausgelegt war, verschiedene blutdrucksenkende Therapien hinsichtlich ihres „Anti-COVID-19-Potenzials“ vergleichen zu können. . Das wichtigste Ergebnis ist, dass Bluthochdruck ein unabhängiger Risikofaktor für schwere COVID-19-Kurse ist, wenn er nicht behandelt wird. Die beobachtete erhöhte Entzündungsreaktion könnte die Erklärung sein.

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„Wir hoffen, dass diese zentrale Botschaft die Patienten dazu motiviert, ihre Blutdruckmedikamente konsequent einzunehmen“, betont Prof. Dr. Ulrich Wenzel. „Leider sind sich viele Menschen ihrer Hypertonie-Werte nicht bewusst“, fügt Professor Dr. Florian Limbourg von der Medizinischen Fakultät Hannover (MHH) hinzu, der ebenfalls Mitglied des Verwaltungsrates der Deutschen Hypertonie-Liga ist. Darüber hinaus haben einige keine Ahnung, dass ihr Blutdruck zu hoch ist, fährt Limburg fort. Umso wichtiger ist es, die Bevölkerung auf Bluthochdruck und die gesundheitlichen Folgen aufmerksam zu machen. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Anforderungen der medizinischen Fachliteratur, der medizinischen Richtlinien und der aktuellen Studien und wurde von Angehörigen der Gesundheitsberufe überprüft.

Autor:

Dipl.-Ing. Geogr. Fabian Peters

Zum Aufblasen:

  • Saskia Trump, Soeren Lukassen, Ulf Landmesser, Irina Lehmann ua: Hypertonie verzögert die virale Clearance und verschlimmert die Hyperinflammation der Atemwege bei Patienten mit COVID-19; in: Natur Biotechnology (beschäftigt 24.12.2020), nature.com
  • Berliner Institut für Gesundheit (BIH): Immunüberreaktion erklärt schweren Verlauf von COVID-19 bei Patienten mit Bluthochdruck – Können ACE-Hemmer helfen? (veröffentlicht am 24. Dezember 2020), idw-online.de
  • Deutsche Hypertonie-Liga: Unbehandelter Bluthochdruck erhöht das Risiko schwerer COVID-19-Kurse (veröffentlicht: 31. Dezember 2020), idw-online.de
  • Universitätsklinikum Leipzig: Können ACE-Hemmer das Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung bei Patienten mit Bluthochdruck senken? (veröffentlicht am 30.12.2020), uniklinikum-leipzig.de

Wichtige Notiz:
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ist nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung bestimmt. Es kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Mallory Glasg

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