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Vega scheitert, SpaceX markiert: Europäische Raumfahrt in der Krise

Wirtschaft Neue Vega-Katastrophe

Nach nur acht Minuten ist die europäische Rakete behindert

| Lesezeit: 3 Minuten

DOKUMENT - 22.08.2018, Frankreich, Guyana, Kourou: Auf dem europäischen Raumhafen Kourou wird mit dem ESA-Erdbeobachtungssatelliten DOKUMENT - 22.08.2018, Frankreich, Guyana, Kourou: Auf dem europäischen Raumhafen Kourou wird mit dem ESA-Erdbeobachtungssatelliten

Nach acht Minuten gab es Probleme: Die letzte Vega-Mission am Dienstagabend – hier ein Start im August 2018 – schlug fehl

Quelle: Bildallianz / dpa

Eine weitere europäische Vega-Rakete fällt kurz nach dem Start ins All aus. Die SpaceX-Astronautenmission von Elon Musk läuft mittlerweile gut. Jetzt befürchtet die Raumfahrt in Europa einen gefährlichen Dominoeffekt.

E.Europas Raketen sind immer weniger zuverlässig, während das private amerikanische Unternehmen SpaceX die Welt in die moderne bemannte Raumfahrt einführt. Etwa zur gleichen Zeit scheiterte am Dienstagabend eine weitere Mission des europäischen unbemannten Werfers Vega, und die Amerikaner transportierten problemlos vier Personen zur ISS-Raumstation.

Die Vega wurde vom europäischen Raumhafen in Französisch-Guayana in Südamerika aus gestartet und sollte einen spanischen Überwachungssatelliten („Seosat-Ingenio“) und einen französischen wissenschaftlichen Satelliten („Taranis“) in die Umlaufbahn bringen.

Nach gut acht Flugminuten gab es jedoch Probleme mit der vierten Stufe, die von einem wiederentzündlichen ukrainischen Motor (Avum) angetrieben wird. Die Satelliten erreichten nicht die beabsichtigte Flugbahn und brannten wahrscheinlich stark, wenn sie in dichtere Luftschichten eindrangen.

Stunden nach dem Ausfall der Rakete waren menschliches Versagen und schlechte Qualitätskontrolle die Ursache des Absturzes. Wie Roland Lagier, technischer Direktor des Raketenhändlers Arianespace, sagte, geriet das nächste Level nach dem Starten des Motors ins Stocken. Die Kabel von zwei Schubsteuergeräten wurden wahrscheinlich ausgetauscht.

Kunden könnten springen

Der europäische Leiter des Arianespace-Raketenmarketings, Stéphane Israël, hatte keine andere Wahl, als das Scheitern zuzugeben.

Stattdessen wurden die Befehle eines Einstellmechanismus vom anderen ausgeführt. „Dies war eindeutig ein Produktions- und Qualitätsproblem, eine Reihe menschlicher Fehler und kein Designproblem“, sagte Lagier. Hauptauftragnehmer für den Bau der Vega-Rakete ist die börsennotierte italienische Gruppe Avio mit einem Umsatz von fast 370 Millionen Euro und 1.000 Mitarbeitern. Der Kurs der Avio-Aktie fiel am Dienstag um 16%. Der Motor für die vierte Stufe der Rakete wird von zwei ukrainischen Unternehmen geliefert.

Dies ist Vegas zweite Katastrophe bei den letzten drei Starts der zuvor zuverlässigen 30 Meter hohen Rakete. Im Juli 2019 scheiterte nach 15 Starts erstmals ein Flug mit dem Spionagesatelliten „Falcon Eye“ in die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Mission war für 415 Millionen US-Dollar versichert und wird neu erstellt. Wie sie sagen, wollen die Emirate in Zukunft nicht mehr die Vega, sondern eine russische Sojus-Rakete einsetzen.

Das neue Versagen des Vega könnte einen Dominoeffekt auslösen: Kunden könnten springen und Versicherungsprämien könnten steigen.

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Weltraumexperte Ulrich Walter

Das Scheitern von Vega ist auch für die europäische Luft- und Raumfahrtindustrie schmerzhaft, da immer mehr kleine Satelliten gebaut werden. Sie brauchen auch nur kleinere Trägerraketen wie die Vega. Diese Art von Rakete ist der kleine Frachtführer der europäischen Raumfahrtagentur Esa. Für sehr kleine Satelliten reichen die sogenannten Micro-Launcher aus, die derzeit europaweit von Start-ups entwickelt werden.

Eine Untersuchungskommission ist erneut aktiv, um die Ursache für Vegas Versagen zu ermitteln. Die jetzt ausfallende Vega-Variante wird voraussichtlich durch eine modernere Version (Vega C) ersetzt, die für 2021 geplant ist. Dies könnte sich möglicherweise verzögern.

Eine der Besonderheiten der Rakete, die hauptsächlich in Italien gebaut wurde, ist, dass die ersten drei Stufen über ein Festbrennstoff-Antriebssystem verfügen. Nur die vierte Stufe wird mit hochgiftigem Flüssigbrennstoff betrieben.

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Die Vega ist jedoch nicht das einzige Problem für europäische Raumfahrer. Bei großen Raketen wie der Ariane haben die Europäer bereits mit Verzögerungen bei der neuen Version von Ariane 6 und mit Kostensteigerungen zu kämpfen.

Der US-Konkurrent SpaceX gewinnt mit seiner zuverlässigen Falcon-Rakete immer mehr gewerbliche Kunden aus Europa. Das von Elon Musk gegründete Raumfahrtunternehmen kann ebenfalls schlecht abschneiden, da Raketen wiederverwendbar sind und SpaceX dank riesiger Verträge der US-Regierung Geld in seinem Fonds hat.

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Bisher ist die mit SpaceX ‚Crew Dragon‘ besetzte Mission für vier Personen gut gelaufen. Nach einem 27-stündigen Flug legte die wiederverwendbare Kapsel an der ISS-Raumstation an. Der Rückflug an Land wird in etwa sechs Monaten erwartet. Dies ist der zweite bemannte Flug einer Drachenkapsel nach einer ersten Testmission mit zwei Astronauten im Mai.

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Betlinde Blaug

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