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Wie läuft es mit … Toni Kroos?: Real Madrid bewundert schon jetzt ihre Fehler


Von Tobias Nordmann

Toni Kroos ist maßgeblich für die „Wiedergeburt“ von Real Madrid verantwortlich. Zumindest sieht das die spanische Presse so. Der Nationalspieler scheitert in „Clásico“ erneut am Tor, überzeugt aber mit hochgekrempelten Ärmeln gegen den FC Barcelona.

Ein Tor gegen den FC Barcelona wäre ein großartiger Genuss in der Karriere von Toni Kroos, der gut mit Süßigkeiten versorgt ist. Die Tatsache, dass er im 16. Duell mit den Katalanen erfolglos blieb und sogar zwei hervorragende Gelegenheiten verpasste – für ein mögliches 3: 1 für die endgültige Entscheidung – ließ die spanische Presse erschreckend kalt. Vielleicht lag dies auch daran, dass Luka Modrić nur vier Minuten nach Kroos ‚verzweifelten Versuchen 3: 1 (das Endergebnis) erzielte. So wunderbar, dass nur ein Ballkünstler wie dieser Modrić das kann.

Der kleine Kroate verteidigt zuerst den Ball und dann seinen Körper gegen Angriffe von Frenkie de Jong. Wenn der Niederländer geschüttelt wird, ist sein Ball für Vinicius Júnior etwas zu lang, aber als der Ball schließlich über die Rodrygo-Mittelstation zurück nach Modric rollt, tanzt er seinen eigenen „Clásico“ und endet mit dem äußeren Spann mitten in der Leere. Tori.

Toni Kroos, der nach den Vorwürfen seines kroatischen Mittelfeldspielers über den Ball nur frei trabte, schätzte dieses Genie aus herablassender Entfernung. Wie ein Meister, der die Lehrlinge seines Zauberers (die eigentlich sehr reife Weltstars sind) aus der Kette kommen ließ und wusste, dass sie es gut machen würden. Zu wissen, dass sie die königliche Krise nach zwei Verlegenheiten zu Hause und in Europa in die Luft jagen würden.

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Und in Madrid sahen sie diesen widerstrebenden Meister als den Mann, der die „Wiedergeburt“ erreicht hatte – so applaudierten die beiden Zeitungen „AS“ und „Marca“. Die „AS“ lobte sogar die Tatsache, dass „Kroos Real in ihrer besten Form nach Camp Nou führte“. Tatsächlich hatte der 30-Jährige das Spiel seiner Mannschaft für sich selbst gezogen. Er hatte die Offensive souverän angeführt und „die Ärmel hochgekrempelt“ (wieder „die AS“). Er hat sogar drei Fehler begangen, mehr als der schwierige bekannte Kapitän Sergio Ramos. Man hätte nicht unbedingt erwartet, dass Kroos eines Tages für seine solide Galle und nicht für sein ruhiges Genie gefeiert wird.

In Löw hat es seinen Sonderstatus

Joachim Löw weiß auch, was Toni Kroos tun kann, nämlich mit seiner Souveränität eine Offensive zu führen. Der Mittelfeldspieler ist in der Nationalmannschaft unverzichtbar. Im Gegensatz zu Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller war der „König“ kein Opfer der radikalen Verjüngung des DFB-Teams. Löw machte ihn sogar zu einem starken Mann im Team. Das absolute Vertrauen in den Spieledesigner erreichte im September sogar seinen Höhepunkt mit der Erkenntnis, dass Kroos – entgegen der üblichen Nominierungspraxis – einen außergewöhnlichen Status beim Nationaltrainer hat. „Eigentlich ist es so: Wenn ich nichts von Jogi höre, gehe ich auch dorthin. Ob ich nominiert bin oder nicht: Ich komme dann“, verrät Kroos in seinem Podcast „Einfach böse Luppen“ mit seinem Bruder Felix.

Bis jetzt hat Kroos immer alles richtig gemacht, war immer notwendig. Am 13. Oktober bestritt er sein 100. Länderspiel in Köln und schwieg dann großzügig, dass er einen erstaunlichen Fehler gemacht habe, bevor der Schweizer das zweite Tor erzielte. „Die 100 zu erreichen ist eine Marke. Aber jeder, der mich kennt, weiß, dass es mir mehr um Ergebnisse und Erfolg geht als um Zahlen und internationale Auftritte“, sagte der gebürtige Greifswald. Und er will mit Deutschland noch mindestens einen gewinnen: die Europameisterschaft im nächsten Jahr.

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Es besteht kein Zweifel, dass er das Team führen wird. Gleiches gilt für den Nationaltrainer. Mit seiner Ruhe, seiner Souveränität und seiner Gelassenheit in den Play-offs ist der 30-Jährige für dieses junge Deutschland ebenso wichtig wie Kapitän Manuel Neuer. Einige Experten, darunter der mehrjährige Kritiker Dietmar Hamann, hatten jedoch kürzlich Zweifel, ob Kroos im Löw-System, das zunehmend auf Dynamik und Geschwindigkeit ausgelegt ist, tatsächlich absolut unangreifbar ist.

Immerhin haben Joshua Kimmich und Leon Goretzka beim FC Bayern ein beeindruckendes und erfolgreiches Kraftpaket in der Position gebildet, in der sich Kroos am wohlsten fühlt. Und mit Kai Havertz, der sich in der offensivsten Rolle des zentralen Mittelfeldspielers versteckt, Deutschlands größtem Talent als Spielmacher. Dass es im DFB-Team bald keinen Platz mehr für Kroos gibt? In der Tat unvorstellbar. Noch mehr für einen Kroos in „ausgezeichneter Form“. Im „Clásico“ braucht man nicht einmal ein Tor. Nun, das wäre ein Vergnügen.

Kirsa Froste

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