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Zählungsstatus: Der große Tremor

Das Ergebnis einer amerikanischen Wahl war selten so aufregend: Das Rennen um das Weiße Haus ist noch offen, die Zählung in fünf Staaten geht weiter – ein Teil der Führung verschwindet in Luft. Ein Überblick.

Joe Biden wird nach einem beispiellosen, beeindruckenden Spiel ins Weiße Haus einziehen. Der demokratische Herausforderer von US-Präsident Donald Trump hat nur wenige Stimmen weniger als die erforderliche Mehrheit von 270 Wählern.

Der entscheidende Faktor ist nun, wer es schafft, die letzten verbleibenden Zustände zu erhalten. Auch der amtierende Trump, der sich in der Wahlnacht vorzeitig zum Sieger erklärt hat, hat Chancen. In mehreren Staaten schickte er Anwälte mit Klagen, um eine Niederlage mit legalen Mitteln zu verhindern.

Selbst Stunden nach Schließung der letzten Wahllokale muss die Wahl noch entschieden werden. Biden liegt derzeit mit 253 Wählern vor Trump, die 214 Wähler gewonnen haben. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP und des Fernsehsenders Fox News hat Biden bereits 264 sichere Wähler. Nach dieser Berechnung würde der ehemalige Vizepräsident von Präsident Barack Obama nur einen Staat brauchen, um zu gewinnen.

In fünf Bundesstaaten wird noch gezählt. Jetzt liegt es an Ihnen – eine Übersicht:

Arizona (11 Stimmen):

AP und Fox News hatten den Staat früh in der Wahlnacht gegen Biden verprügelt. CNN berichtete heute jedoch, dass Trump im Verlauf der Zählung aufholen konnte. Laut Edison Research liegt Trump nach 86% der Stimmen nun bei 48,1% und Biden bei 50,5%.

Die Stimmung in Arizona war angespannt. Eine große Gruppe von Trump-Anhängern hat sich vor einem Regierungsgebäude versammelt, in dem die Stimmen gezählt werden. Laut einem CNN-Bericht hatten mehrere Waffen dabei.

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Nevada (6 Stimmen):

Der westliche Staat könnte die Entscheidung treffen. Biden hatte in dieser Nacht einen knappen Vorsprung von 49,3% bis 48,7%. Wenn er sowohl Arizona als auch Nevada bekommen würde, hätte er genau 270 Stimmen.

Pennsylvania (20 Stimmen):

Im hart umkämpften Bundesstaat Pennsylvania schwindet Trumps Vorsprung. Nach 91% der Stimmen hat Trump laut Datenanbieter Edison Research nun 50,4% erreicht. Sein Gegner Biden liegt damit bei 48,3%.

Im nordöstlichen Bundesstaat führte Trump zunächst klar. Aber Biden machte die meisten fehlenden Stimmen wieder gut. Nach den bisherigen Ergebnissen hat sich der Demokrat unter den Wählern im Versandhandel in Pennsylvania viel besser geschlagen als der amtierende Präsident. Es könnte Dinge ändern. Ein Ergebnis wird erst am Freitag erwartet.

Georgia (16 Stimmen):

Georgiens Bilanz geht mit einem leichten Vorsprung für Trump zu Ende. Laut Edison Research liegt der Präsident nach 96% der Stimmen immer noch bei 49,6%. So stieg Biden nach 49,1% zuvor leicht auf 49,2%.

North Carolina (15 Stimmen):

Es wird auch im Ostküstenstaat enger. Trump galt an diesem Abend immer noch als kleiner Favorit. Er führt mit 50,1%, Biden erreicht 48,7%. 95 Prozent der Stimmen wurden gezählt. Besonderheit: In North Carolina werden immer Briefstimmen gezählt, die vor dem 12. November eingehen – neun Tage nach dem Wahltag.

Trump verklagt in mehreren Staaten

Gegen die Briefwahl hat Trump den gesamten Wahlkampf auf die Stimmung gebracht. Derzeit verfolgt er rechtliche Schritte gegen die Anklage in verschiedenen Staaten. In Pennsylvania will er beispielsweise verhindern, dass die bis Freitag eintreffenden Stimmen gültig werden. Vor der Wahl hatte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten das Programm genehmigt. Drei Konservative unter den neun Richtern waren jedoch bereit, das Thema erneut aufzugreifen.

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Trump verklagt auch im Bundesstaat Michigan, wo die Medien Biden bereits zum Gewinner erklärt haben. In Georgien ging er vor Gericht, weil 53 verspätete Briefstimmen gezählt wurden. Im Bundesstaat Wisconsin, der ebenfalls Biden zugeschrieben wird, fordert er aufgrund einer engen Entscheidung eine Nachzählung.

Biden ist vom Sieg überzeugt

Der ehemalige Obama-Vizepräsident sagte seinen Unterstützern des Sieges: „Jetzt, nach einer langen Nacht des Zählens, ist klar, dass wir genug Staaten gewinnen, um die 270 Stimmen zu erhalten, die für den Gewinn der Präsidentschaft erforderlich sind.“ sagte er vor Anhängern in seiner Heimatstadt Wilmington. Im Gegensatz zu Trump verzichtete der 77-Jährige darauf, sich im Voraus zum Sieger zu erklären. Er sagte: „Wir werden nicht ruhen, bis jede Stimme gezählt wurde.“

Trump veröffentlichte zahlreiche Tweets, in denen er die Stimmenzahl und den mutmaßlichen Betrug schalt. Sein Vorsprung, der am Dienstagabend noch bestand, ist in einem Staat nach dem anderen „auf magische Weise verschwunden“. Pennsylvania „arbeitet hart“, um eine halbe Million Stimmen schnell „auszulöschen“. Er hat keinen Beweis erbracht. Twitter hat mehrere Beiträge vor „möglicherweise irreführenden“ Aussagen gewarnt.

Trump verhielt sich viel besser als erwartet

Insgesamt schnitt Trump bei den Wahlen viel besser ab als erwartet. Biden verpasste den von den Demokraten erhofften klaren Sieg und musste sich unter anderem dem republikanischen Präsidenten in Florida und Texas geschlagen geben. Vor der Wahl hatte das Statistikportal „FiveThirtyEight“ nur eine Gewinnchance von etwa zehn Prozent für Trump berechnet.

Die Tagesschau berichtete am 5. November um 17.00 Uhr über dieses Thema.


Betlinde Blaug

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